Was ist KinderMitWirkung?

In KinderMitWirkung können Kinder aus Basel im Alter von 7 bis 12 Jahren ihre Ideen für ein kinderfreundliches Basel einbringen. Gemeinsam mit anderen Kindern und Fachpersonen wird eine Auswahl dieser Ideen weiter bearbeitet und dem Regierungsrat vorgestellt und übergeben. Die Kinder erhalten Antworten auf ihre Anfragen und – wenn immer möglich – werden die Ideen oder Teile der Ideen umgesetzt.

KinderMitWirkung ist ein gemeinsames Angebot der Abteilung Jugend- und Familienförderung des Erziehungsdepartements Basel-Stadt und dem Kinderbüro Basel.

KinderMitWirkung setzt das UN-Kinderrecht auf Beteiligung und Meinungsäusserung auf kommunaler Ebene um.

Was bewirkt KinderMitWirkung?

Die Kinder, als Expertinnen und Experten in eigener Sache, wissen selber genau, was sie brauchen und was sie sich wünschen, damit sie sich in ihrem Umfeld wohl fühlen. In KinderMitWirkung erleben sie, dass ihre Meinungen und ihre Anliegen wichtig sind. Sie erleben, dass die Verantwortlichen der Stadt zuhören und verstehen möchten, welches ihre Anliegen sind.

Die Kinder lernen demokratische Werte und Prozesse kennen und erleben sich als Menschen, die etwas bewirken können. Dies wiederum gibt ihnen Selbstvertrauen und stärkt sie, sich verantwortungsvoll für ihre Anliegen einzusetzen.

Wie viele freudige Rückmeldungen von Kindern und Eltern zeigen, stärken diese Erfahrungen ihr Selbstbewusstsein und ihr Gefühl der Selbstwirksamkeit.

Wer kann mitmachen bei KinderMitWirkung und wie funktioniert die Anmeldung?

KinderMitWirkung dauert ein Jahr lang.

Maximal 50 Kinder aus Basel im Alter von 7 bis 12 Jahren können sich im Kinderbüro Basel anmelden. Die Einladungen und Anmeldungen werden über die Schulen, Freizeiteinrichtungen und Tagesstrukturen verteilt.  

Sollten sich mehr als 50 Kinder anmelden, wird das Kinderbüro Basel eine Auswahl treffen, wobei auf eine ausgewogene Teilnahme in Bezug auf Alter, Geschlecht und Wohnquartier geachtet wird.

Die Anmeldung sowie die eigene Idee für die Stadt Basel reichen die Kinder schriftlich beim Kinderbüro Basel ein.

Wie ist der KinderMitWirkungs-Prozess aufgebaut?

Die KinderMitWirkung 20187/19 startet am Mittwoch, 24. Januar 2018, mit dem KinderMitWirkungstag.

Arbeit in Projektgruppen: Von Januar 2018 bis Mai 2018 treffen sich die Kinder in ihrer jeweiligen Projektgruppe mehrmals und arbeiten an ihren Anliegen weiter. Je nach Thema entstehen Umfragen, Modelle, Beispiele oder Berichte. Die Treffen werden in Absprache mit den Kindern organisiert und finden in ihrer Freizeit statt.

Präsentation der Projektthemen: Am 24. Mai 2018 stellen die Kinder ihre Ergebnisse aus der Projektarbeit dem Regierungsrat, Vertretenden aus der Politik, der kantonalen Verwaltung sowie der Öffentlichkeit vor.

Rückmeldung zu den Projektthemen: Der Regierungsrat und die Verwaltung nehmen die Anliegen entgegen und verpflichten sich, die Anliegen der Kinder zu prüfen. Im August/September 2018 erhalten die Kinder eine Rückmeldung über die Möglichkeiten konkreter Umsetzungen oder weiterer Bearbeitungsschritte.

Arbeit in Projektgruppen: Von September 2018 bis Januar 2019 treffen sich die Kinder wieder in den Projektgruppen, um an den Umsetzungen zu arbeiten.

Abschluss: Zum Abschluss von KinderMitWirkung findet im Januar 2019 ein kleines Fest statt, das gemeinsam mit den Kindern geplant wird. Die Kinder informieren sich gegenseitig über den Stand ihrer Projekte.

Wann findet KinderMitWirkung statt?

Für den KinderMitWirkungs-Tag werden die beteiligten Kinder vom Unterricht dispensiert. Die Projektarbeit findet grundsätzlich in der Freizeit der Kinder statt. Ausnahmen werden vorgängig schriftlich beantragt.

Wer steht hinter KinderMitWirkung?

KinderMitWirkung wird vom Kinderbüro Basel in Zusammenarbeit mit der Abteilung Jugend- und Familienförderung des Erziehungsdepartements Basel-Stadt durchgeführt und wird vom Bereich Bildung des Erziehungsdepartements unterstützt.

Auswahl bisheriger Projekte der KinderMitWirkung

Saubere Stadt

Basel soll sauber sein. Die Kinder möchten mit einem Strassentheater Menschen dafür gewinnen, den Abfall im öffentlichen Raum richtig zu entsorgen. Zudem fordern sie höhere Bussen für Abfallsünderinnen und -sünder.

Wie die Kinder ihre Ideen für das Strassentheater umgesetzt haben können Sie hier sehen: 1. Anti-Müll-Strassentheater

Mit der grosszügigen Unterstützung des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, des Erziehungsdepartementes und der Christoph Merian Stiftung konnte das Strassentheater im Herbst 2015 bereits ein zweites Mal durchgeführt werden.

Wie das Theater bei der zweiten Aufführung ausgesehen hat, können Sie hier sehen: 2. Anti-Müll-Strassentheater

Informationen über die Weiterführung des Projektes bekommen Sie bei uns im Kinderbüro Basel.

 

Kinder-Kunst-Museum

Die Kinder suchen einen Kunstraum, in dem sie zeichnen und basteln und die so gestalteten Werke ausstellen können. Wichtig ist ihnen, dass die Ausstellung spannend gestaltet ist. Es soll etwas zum Hören, zum Lesen und zum Selbermachen geben. Die Besucherinnen und Besucher sollen aktiv an der Ausstellung teilnehmen können (z.B. bei einem Rätselrundgang). Um das zu verwirklichen, haben die Kinder eine Ausstellung organisiert, Kunstwerke erarbeitet und kuratiert. Dank der grosszügigen Unterstützung der Stiftung Laurenz für das Kind konnten die Kinder im Frühjahr 2015 ihre erste Kinder-Kunst-Ausstellung durchführen.

Farbige Trämli und Busse

Die Kinder möchten Trämli und Busse selber farbig anmalen. Sie denken, dass es für sie spannender ist, in farbigen Trämli herumzufahren und zudem, dass diese besser sichtbar wären. Ihr Anliegen möchten sie bei den Verantwortlichen der BVB deponieren. Im Kontakt mit ihnen wollen sie erfahren, welche Techniken es gibt, Fahrzeuge farbig zu gestalten und wie sie sich daran direkt beteiligen können.

Wie sich die Kinder die farbigen Trämli und Busse vorstellen sehen Sie auf den neuen Flexity-Trams der BVB (siehe: Webseite BVB).

Kinderjob-Vermittlungsstelle

Die Kinder dieser Projektgruppe stellten sich die Frage, ob sie ihr Taschengeld durch kleine Arbeiten, die sie in ihrer Freizeit gegen Entgelt erledigen, aufbessern könnten und wie man solche Arbeiten findet.

Von Gesetzes wegen dürfen Kinder erst ab 13 Jahren entlohnte Arbeiten ausführen. Daher hat die Gruppe Ideen gesammelt, wie auch jüngere Kinder etwas verdienen können. So etwa mit Nachbarschaftshilfen, einem Flohmarkt oder dem Verkauf von Zeichnungen und Bastelarbeiten. Ihre Ideen werden in einem Faltblatt festgehalten. 

Spielstrassen

Diese Kinder wünschen sich farbige Spielstrassen – gesetzestechnisch: ‚Begegnungszonen’ – mit viel Natur und Spielmöglichkeiten, die ohne Angst vor dem Verkehr genutzt werden können.

Ihr Anliegen haben sie bei der Einweihung einer neuen Begegnungszone im März 2012 exemplarisch vorgestellt und in Zeichnungen, Bemalungen mit Kreide und Modellen festgehalten.

Inzwischen prüft das Bau- und Verkehrsdepartement eine Bemalung von Begegnungszonen mit permanenter Farbe. Zudem ist in Zusammenarbeit mit dem Hochbau- und Planungsamt eine Strassenbroschüre am Entstehen, welche Nutzungstipps und Spielideen für Begegnungszonen beinhalten wird.

  

Fussball

„Jedem Pausenplatz sein Fussballtor. Die Pausenplätze sollen auch am Wochenende, am Abend und in den Ferien genutzt werden können.“ So lauten die Anliegen der Kinder dieser Projektgruppe.

Im Rahmen der Schulharmonisierung werden die Pausenareale angepasst. Laut Regierungsrat Dr. Christoph Eymann sollte es in den nächsten drei Jahren möglich sein, für alle Pausenhöfe Fussballtore anzuschaffen.

Kinderdiscos

Der Wunsch nach regelmässigen Kinderdiscos ist gross. Die Kinder dieser Arbeitsgruppe wollen diese selber planen und durchführen. Erwachsene sollen lediglich unterstützend mitwirken. Im Herbst 2012 konnte dieses Anliegen mit Erfolg ein erstes Mal umgesetzt werden. Weitere Discos werden folgen, denn dank einer grosszügigen privaten Spende kann eine solche „selbstorganisierte“ Kinderdisco in der Stadt Basel nun noch drei weitere Male durchgeführt werden.

Caféterias in Schulen

Die Kinder dieser Arbeitsgruppe vermissen an ihren Schulen warme, gemütliche Aufenthaltsorte mit einem kleinen Angebot an Esswaren und Getränken. Daraus entstand der Wunsch, an Schulen ‚Cafeterias’ einzurichten oder zumindest die bestehenden Pausenkioske zu erweitern.

Da die Schulhäuser im Rahmen der Schulharmonisierung ohnehin umgestaltet werden, wird nun die Einrichtung von Aufenthaltsräumen geprüft. Die Kinder wurden ermuntert, in ihrem jeweiligen Schulhaus direkt zusammen mit den Schulleitungen nach Lösungen zu suchen.

Kinder-Natur-Spass-Haus

Die Mädchen dieser Gruppe gaben ihrer Vision eines „Traumorts“ für Kinder Ausdruck. Ganz bewusst wollten sie ihre Vision vermitteln, ohne sich durch die leicht erkennbaren Hindernisse, die einer Umsetzung im Wege stehen, bremsen zu lassen. So entstand ein Entwurf für ein Kinder-Natur-Spass-Haus. In diesem Haus gibt es unzählige Angebote in den Bereichen Bewegung, Kreativität, Kunst und Restauration. Rund ums Haus gibt es einen See, Tiere, Hügel und Bäume.

Mehr Farbe in Schulhäusern

Die Kinder möchten in ihren Schulen mit Hilfe von Farben eine anregende und konzentrationsfördernde Atmosphäre schaffen. Ihre Ideen konnten die Kinder an der Schulsynode 2011 präsentieren. In einigen Schulhäusern sind auch schon konkrete Umsetzungen im Gang. 

Verkehrsgarten

Auf Initiative dieser Projektgruppe entstand während den Herbstferien 2008 ein mobiler Verkehrsgarten auf dem Kasernenareal. Weitergeführt wurde die Idee vom Verein V.i.P auf der Erlenmatte und von der Stiftung Habitat in der Aktienmühle.

Kästlis an OS-Schule

Nach der Einrichtung der persönlichen „Kästlis“ im Gellert Schulhaus, erhalten im Sommer auch die Kinder des Gottfried Keller Schulhauses farbige „Kästlis“.

Kindermuseum

In der Skulpturhalle Basel wurde der Wunsch nach einer Ausstellung von Kindern für Kinder und Familien Wirklichkeit. Die Ausstellung „Coole Götter. Total spannend!“ war Anfang 2010 geöffnet.